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Neujahrsempfang des SPD Ortsvereins Eberstadt

17.01.2012

Ehrung langjähriger SPD Mitglieder auf dem Neujahrsempfang im Ernst-Ludwig-Saal

Der traditionelle Neujahrsempfang des SPD Ortsvereins Eberstadt fand wie immer in der „guten Stube“ in Eberstadt, dem Ernst-Ludwig-Saal, am Freitag, den 13.01.2012 statt. Für die musikalische Unterhaltung sorgte Dimitri Vinogradov, ein junger SPD-Genosse aus Eberstadt-Süd, der mit seinen russischen Volksliedern, die er durch Gitarrenspielen unterlegte, den Saal verzauberte. Seine wunderschöne Stimme und die leisen russischen Weisen zogen alle gleich zu Beginn der Veranstaltung in den Bann.
Die Ortsvereinsvorsitzende Katrin Kosub konnte nach dem musikalischen Auftakt wieder viele Gäste in der gemütlichen Atmosphäre begrüßen. Neben dem ehrenamtlichen Stadtrat Gerhard Busch war auch die stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Dagmar Metzger, der SPD-Fraktionsvorsitzende Hanno Benz, die Stadtverordneten Felix Staudt, Dr. Torsten Roßmann, Sabine Heilmann vom SPD Nachbar-Ortsverein Bessungen und Ursula Knechtel von SPD Ortsverein Gervinus und die ehemaligen Bürgermeister Wolfgang Glenz und Horst Knechtel sowie auch der ehemalige Stadtrat und Ehrenvorstandsmitglied Paul Dotzert anwesend. Auch die weiteren Ehrenvorstandsmitglieder Gisela Staudt, Hans Dönges und Hedwig Knoop waren wieder da, nur Dr. Lutz Eckhardt lies sich wegen einer Erkrankung entschuldigen. Der neue SPD- Unterbezirksvorsitzende Klaus Uebe konnte auch begrüßt werden, weil er gerne zum Neujahrsempfang des Ortsvereins gekommen war. Der Bezirksbürgermeister Achim Pfeffer war wie fast in jedem Jahr auch wieder mit dabei.
Stellvertretend für die vielen Vereinsvertreter wurde Evelyn Schenkelberg als Vorsitzende der IG Eberstädter Vereine begrüßt. Ein besonderer Dank galt dem Vorsitzenden des Kulturellen Fördervereins Ernst-Luwig-Saal Klaus Kraft, der die Veranstaltung wieder tatkräftig mit Rat und Hilfe unterstützte. Besonders herzlich  wurde auch Dr. Erich Kraft, dem Mann an der Spitze des Jubiläumsjahres „350 Jahre Frankenstein Land bei Hessen“, begrüßt. Der in jedem Jahr anwesende Kirchenvertreter Pfarrer Friedrich Wilhelm Schubring hatte sich entschuldigen lassen müssen, weil auch dieser erkrankt war. Die Ortsvereinsvorsitzende lies ihm die besten Genesungswünsche ausrichten.
In ihrer Ansprache lies Katrin Kosub auch Revue auf das abgelaufene Jahr 2011 passieren, das gerade für die Sozialdemokraten aufgrund vieler Veränderungen auf der politischen Bühne kein einfaches Jahr war. Sie gestand unumwunden ein, dass diese Veränderungen nicht nur auf die Atomkatastrophe in Japan und auf den Wunsch nach einer generellen Veränderung der politischen Verhältnisse und der damit verbundenen Wechselstimmung zurückzuführen waren, sondern ein hausgemachtes Problem der SPD mit der eigenen Performance und vieler personeller Querelen und Entscheidungen dazu beigetragen hat, dass sich die SPD jetzt in der Oppositionsrolle neu zu recht finden muss. Ob die jetzt neue grün-schwarze Stadtregierung ihre Wahlversprechen erfüllen wird, bleibt abzuwarten. Entscheidend werden die Finanzen der Stadt sein, denn die Grenze des Machbaren ist schlussendlich der Geldbeutel. Hierbei sollte man auch nicht vergessen, dass die heutige Haushaltslage weit mehr als 15 Jahre auch von Bündnis 90/ Die Grünen mitbestimmt und hingenommen wurde und es unredlich ist, nun so zu tun als wenn man davon nichts wusste. Alle Kommunen haben heute mit der schlechten Haushaltslage zu kämpfen und hieran ist sowohl die schwarz-gelbe Landes- als auch die Bundespolitik Schuld, die die Gemeinden und Kommunen immer mehr ausbluten lassen. Dass jetzt endlich Einsparungen und Gebührenanhebungen zur Haushaltssanierung erfolgen müssen, ist keine Frage. Entscheidend ist in welchen Bereichen. Es reicht nicht aus, dass die Grundsteuer B erhöht wird, weil dies von vielen Eigentümer auf deren Mieter umgelegt wird und so unter Umständen wieder Sozialleistungen in Anspruch genommen werden müssen, weil die damit verbundene „Mieterhöhung“ wegen geringer Einkommen nicht bezahlt werden kann. Auch die Kürzungen bei den Vereinen oder der Stadtbibliothek ist nicht zielführend und wird von der SPD in der neuen Rolle als Opposition kritisch begleitet. Der SPD Ortsverein Eberstadt spricht sich auch deutlich gegen eine Verdichtung in der Fritz-Dächert-Siedlung aus und begrüßt die Planungen des Bauvereins, die Struktur in der Siedlung zu erhalten, die Häuser schrittweise zu sanieren und somit auch preiswerten Wohnraum zu erhalten. Für ihre Rede erhielt Katrin Kosub – gerade auch zum letzten Punkt- viel Applaus.
Nach der Begrüßung und Ansprache der Ortsvereinsvorsitzenden übernahm ihr Stellvertreter, Richard Smith, die weitere Moderation des Abends und beschwerte sich zunächst mit einem Augenzwinkern, dass er nicht ausdrücklich von der Vorsitzenden begrüßt wurde, machte dies dann in seiner charmant amerikanisch- ewwerschten Art selbst und leite dann launisch mit einem immer noch aktuellen Tagesthema ein, in dem er ganz offen eingestand, dass er auch schon einmal ein zinsloses Darlehen von einem Freund in Anspruch genommen und auch schon einmal in einer Wohnung an der Ostsee von Freunden Urlaub gemacht habe, aber deswegen würde „keine Sau“ bei ihm anrufen. Vielleicht weil dies bei ihm etwas anderes sei und er dies auch ganz offen und transparent zu gibt. In der Politik und in hohen Ämtern sei dies halt etwas anderes und hiermit leite er zum Hauptthema des Abends „Moderne Kommunalpolitik – nah am Bürger“ über und gab dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Hanno Benz das Wort, der sich dieses Themas angenommen hatte. In einer gut 20-minütigen Rede ging er sehr engagiert darauf ein, was das Zusammenleben in einer Kommune ausmacht und warum Partizipation so wichtig ist. Ein Jeder ist Teil des Gemeinwesens und sollte sich engagieren. Denn wer mitreden will, muss sich auch einbringen, denn nur dann können die gewählten Vertreter die richtigen Entscheidungen treffen. Diese mögen dann nicht immer allen gefallen, aber so ist Demokratie und diese muss sich auch ständig weiterentwickeln können. Es kann nicht sein, dass durch einige Wenige die Grundsätze der direkten Demokratie durchbrochen werden. Es darf neben aller heutzutage erforderlichen Bürgerbeteiligung nicht soweit kommen, dass es durch eine lautstark vorgetragene Betroffenheit und Protestbewegungen durch Bürgerinitiativen zu einer Privilegierung bestimmter Interessengruppen kommt. Hanno Benz verwies hier sinngemäß auf den Münchener Oberbürgermeister Christian Ude, der auf die vielen Entscheidungen, die durch Zehntausende ehrenamtlicher Stadträtinnen, Stadträte und Stadtverordneten getroffen werden müssen, hingewiesen hat, die demokratisch gewählt sind und sich jahrelang sachkundig gemacht haben und wohl kaum alle „doof, machtbesessen und korrupt“ sind und es auch nicht verdient haben, dass ihre Entscheidung immer wieder von Einzelgruppeninteressen in Frage gestellt werden. Vorhandene Instrumente der kommunalen Demokratie müssen für eine Dialogbereitschaft genutzt werden bevor die Würfel gefallen sind. Eine bessere und frühere Information aller Zielgruppen und Einbindung in die Entscheidungsfindung ist in Zeiten der Politikverdrossenheit wichtig und unumgänglich. Wenn dann aber Entscheidungen durch die gewählten Vertreter gefallen sind, muss es zum Wohle der Demokratie auch dabei bleiben. In seiner Rede mahnte Hanno Benz auch deutlich davor, die Nazi-Bewegung zu unterschätzen und forderte, dass dieser mit allen Mitteln frühzeitig entgegen gewirkt werden muss durch Präventionsmaßnahmen in der Bildung und der Jugendarbeit sowie der Verhinderung von Kinder- und Altersarmut. Was schon einmal geschehen ist, kann immer wieder passieren und Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.
Der Rede des SPD-Fraktionsvorsitzenden schloss sich dann noch die Mitgliederehrung langjähriger Genossinnen und Genossen an: Katharina Dotzert (30 Jahre), Gisela Staudt (35 Jahre), Marie-Luise Ritter und Hildegard Ritter (für 40 Jahre), Heltraut Küveler und Robert Florig (für 45 Jahre) und Ludwig Dächert (Für 60 Jahre). Nach den Ehrungen wurde das umfangreiche Büffet, das wieder von vielen Helferinnen und Helfern mit Liebe und Geschmack vorbereitet worden war, eröffnet und man saß noch eine Ganze Weile  bei leckeren Brötchen und Schnittchen sowie dem einen oder anderen Getränk bei angeregten Gesprächen zusammen.



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